Aktuelles
- Pressemitteilung – Queere Anti-Gewalt-Projekte Deutschland
Nach der queerfeindlichen Gewalttat beim Berliner CSD:
Queere Communities brauchen Schutz, Solidarität und starke Strukturen.Die bundesweiten Beratungsstellen und Fachstrukturen der Queeren Anti-Gewalt-Arbeit sind über die Vorfälle um den Berliner CSD bestürzt und in den Gedanken bei den Betroffenen, Angehörigen und Zeug*innen. Dieser Angriff galt der gesamten queeren Community – wir stehen solidarisch an der Seite aller queeren Menschen.
Als Fachstellen begleiten wir seit vielen Jahren Menschen nach queerfeindlicher Gewalt. Wir erleben täglich die Folgen von Hass, Bedrohungen und Angriffen – von sexueller Belästigung über Beleidigungen bis hin zu körperlicher Gewalt. Seit Jahren beobachten wir eine zunehmende Enthemmung queerfeindlicher Gewalt und eine gesellschaftliche Stimmung, in der menschenfeindliche Positionen an Sichtbarkeit und Einfluss gewinnen. Deshalb erschüttert uns dieser Anschlag zutiefst. Überraschend kommt er für uns jedoch nicht.
Die gesellschaftliche Stimmung hat sich verschärft. Rechte und demokratiefeindliche Kräfte gewinnen an Einfluss, queerfeindliche Positionen werden zunehmend öffentlich geäußert, relativiert und normalisiert. Aus unserer Arbeit wissen wir: Wo Hass gesellschaftlich geduldet wird, steigt auch das Risiko für zwischenmenschliche Gewalt.
Wir nehmen die vielen Solidaritätsbekundungen aus Politik und Gesellschaft wahr. Gleichzeitig erleben wir, dass in einigen Bundesländern Fördermittel für Queere Anti-Gewalt-Arbeit gekürzt werden, notwendige Ausbauschritte ausbleiben oder entsprechende Fachstrukturen bis heute gar nicht existieren. Wer Solidarität mit queeren Menschen bekundet, muss auch dauerhaft in Schutz-, Beratungs- und Unterstützungsstrukturen investieren – flächendeckend und verlässlich.
Mit Sorge beobachten wir außerdem Tendenzen, die Tat für rassistische Narrative zu instrumentalisieren. Wir warnen ausdrücklich davor, die Betroffenheit queerer Communities gegen weitere marginalisierte Gruppen auszuspielen oder queerfeindliche Gewalt rassistisch zu vereinnahmen.
„Ich fürchte mich davor, dass ich sowohl queerfeindliche als auch rassistische Gewalt erfahre. Als Person mit Verbindung in die Swana-Region, dreh ich mich dreifach um, wenn ich als queer und muslimisch gelesene Person auf der Straße unterwegs bin”, so Nav* Mohtadi, Landesfachstelle QUAGA.
Gleichzeitig haben wir erlebt, wie sich in zahlreichen Städten Menschen spontan versammelt haben – zum Trauern, zum Schweigen, zum gegenseitigen Zuhören und um füreinander da zu sein. Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Genau solche solidarischen Räume sind nach Gewalterfahrungen von unschätzbarem Wert. Sie durchbrechen Isolation, vermitteln Sicherheit und stärken Resilienz. Diese Orte der Solidarität sind weit mehr als symbolische Gesten.
Gemeinsam trauern wir um die Betroffenen des Anschlags. Gemeinsam stehen wir an der Seite unserer Communities. Und gemeinsam werden wir queere Menschen auch weiterhin beraten, begleiten und darin bestärken, Gewalt nicht allein tragen zu müssen.
Kontakt für Presseanfragen an:
antigewalt-beratung@rubicon-koeln.de
Zeichnende Beratungsstellen und Fachstrukturen:





- Sprechstunde bei baraka

Neue Offene Sprechstunde von QUAGA bei baraka – Unterstützung bei Gewalt, für LSBTIQ*-Geflüchtete
Wir freuen uns, ein neues niedrigschwelliges Beratungsangebot vorzustellen:
In Kooperation mit baraka bieten wir eine offene Sprechstunde zum Umgang mit Gewalt für LSBTIQ*-Geflüchtete an.
Die Sprechstunde richtet sich an LSBTIQ*-Geflüchtete, die Gewalt, Diskriminierung oder Ausgrenzung erlebt haben – oder unsicher sind, wie sie mit einer Situation umgehen sollen. In einem geschützten und solidarischen Rahmen informieren wir über Rechte, Handlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote und unterstützen bei nächsten Schritten.
Das Angebot basiert auf einem Peer-to-Peer-Ansatz und ist vertraulich, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Beratung findet mehrsprachig (Arabisch, Englisch, Deutsch) und kultursensibel statt.
📍 Ort: baraka, Köln
🗓️ Zeit: monatlich*
🔒 Rahmen: vertraulich | solidarisch | niedrigschwelligMit diesem neuen Angebot möchten wir LSBTIQ*-Geflüchtete stärken, Orientierung geben und den Zugang zu Unterstützung erleichtern.
* Hinweis: Die genauen Termine der monatlichen Sprechstunde werden regelmäßig auf der Instagram-Seite von baraka (@baraka.rubicon) veröffentlicht.

- Startklar mit neuem Namen


Startklar mit neuem Namen
Landesfachstelle Queere Anti-Gewalt-Arbeit
Auf unserer Website erhalten queere Menschen, die Gewalt erlebt haben, Unterstützungsangebote und Informationen.
Ebenso bieten wir Informationen und Unterstützung zu Gewalt gegen queere Menschen für Institutionen an.
Neu: VSG wird zu QUAGA – dürfen wir vorstellen, die Landesfachstelle der Queeren-Anti-Gewalt-Arbeit löst Vielfalt statt Gewalt ab. Dabei ändert sich nur der Name, unser landesweites Angebot, dass Sie und ihr auf unserer Seite finden könnt, bleibt weiterhin bestehen.
- Framing Agnes – Trans* Geschichte im Rex

Framing Agnes – Trans* Geschichte im Rex

In der ersten Gender Clinic in den USA in den 1950ern wurden aus Forschungszwecken Interviews mit trans* Personen geführt und ihre Erfahrungen und Erzählungen dokumentiert.
Diese sind dann in einem Aktenschrank in Vergessenheit geraten. Viele Jahrzehnte später wurden diese Dokumente wieder ans Licht gebracht und bilden die Grundlage des
Dokumentarfilms „Framing Agnes“, in dem trans* Schauspieler*innen die Interviews der Personen von damals nachstellen. Als Zuschauende bekommen wir dadurch einen Einblick in die Realitäten von trans Personen, die unsichtbar werden mussten, um eine Anstellung zu bekommen und von der Existenz anderer trans* Personen oft nur durch negative Darstellungen in Talk-Shows wussten. Zugleich wird erfahrbar, wie frühe Formen der trans* Solidarität ausgesehen haben und wie Menschen Unterdrückungsstrukturen austricksten, um ihr Recht auf Selbstbestimmung zu erwirken. „Framing Agnes“ nutzt kreative Formen des Story Tellings um die Geschichten von trans* Personen heute und vor über 70 Jahren miteinander zu verbinden. Diese Verbindung soll aufgegriffen werden, indem Menschen dazu eingeladen wurden auf der Bühne
darüber zu sprechen, wie es war als trans* Person in NRW zu leben, zu einer Zeit, in der Transgeschlechtlichkeit noch unsichtbarer und tabuisierter war als heutzutage.
Als Veranstalterinnen liegt uns am Herzen, einen Raum zu öffnen, um im Miteinander aus den Geschichten jener lernen können, die schon vor uns für ihre geschlechtliche Selbstbestimmung gekämpft haben und sichtbar machen, wie vielfältig und einzigartig die Leben von trans* Personen waren und sind.- Datum: 3. Juli
- Einlass: 18h45h
- Ende: ca. 21h